Donnerstag, 2. Dezember 2010

Es gibt Dinge, die ich hasse...

... und es gibt Dinge, die ich HASSE. Und es gibt eine Sache, die ich noch viel mehr hasse als geisteskranke Esoterik-Schamanen, AIDS-Leugnung, Ebola, Atomkriege und Niedertracht: Musicals.
Wer auch immer diesen Schmu erfunden hat (und weil ich Musicals so sehr hasse, ist mir selbst der Rechercheaufwand jetzt zuviel) - wäre er nicht vermutlich schon tot, würde ich es zu meiner hochheiligen Aufgabe machen, sein persönlicher apokalyptischer Reiter zu werden. Ich frage mich, wie verkommen die Gehörgänge des Volkes sein müßen, diese Darstellung, die aussieht und klingt, als würden lebendige Katzen gehäutet, nicht als das zu entlarven, was sie ist: der jämmerlich fehlgeschlagene Plastikversuch, musikalische Kunst bar jeglicher Fertigkeiten eine Art Renaissance in den Ohren pseudo-avantgardistischer und vor allem zahlungswilliger Menschen erleben zu lassen.
Dabei scheint die angebliche musikalische Komplexität und die - so sagt man - ansprechende visuelle Darstellung Grund genug zu sein, die Preise für derlei Veranstaltungen auf ein Niveau zu heben, gegen welches nur MCP-Tropfen wirken.

Zweitklassige musikalische Darbietungen in Verkleidungen, die aus dem Inventar des 1. Groß-Gerauer Travestievereins stammen und dem offenbar vollkommen tauben Publikum "große Gefühle" in Stories präsentieren, die an 90er-Jahre-Groschenromane erinnern. Wenn ich meinem Hund beim Kacken zusehe oder Michel Friedanns Memoiren durchlese, überkommen mich ähnlich große Gefühle.

Den Hype dahinter verstehe ich nur noch nicht so ganz. Ist es das Sich-selbst-Vorgaukeln musikalischer Kompetenz, weil da vorne immerhin ein Orchester sitzt und um einen herum alle Abendrobe tragen, um die von Beethoven bis Pink Floyd zusammengeklauten und von einer trashigen "Die Amigos"-artigen E-Gitarre begleiteten bzw. vergewaltigten Musikkreationen des Andrew Lloyd Webber zu belauschen? Ist es das Sich-selbst-Vorgaukeln von Emotionen, weil im heimischen Schlafkasten seit Äonen nichts mehr läuft, der Vampir-Hexen-Katzen-Mann auf der Bühne aber gerade (big surprise!) seine große Liebe gefunden hat? Oder ist es das autistische Wippen einer reizüberfluteten Spaßgesellschaft?
Ich jedenfalls werde mich bestenfalls rückwärtsessend und von zehn Eseln gezerrt sowie unter Drogen gesetzt und mit dem Tode meiner Liebsten bedroht in ein solches Etablissement zu einer solchen Veranstaltung begeben.

Und dann auch nur, um alles anzuzünden! HARHARHAR!

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