Donnerstag, 9. Dezember 2010

It's Prozac Breakfast Time Again...

... zumindest mutet das, was sich in diesem Post gleich finden wird, so an. Heute ist Lyriktag, also werd ich ein paar meiner Machwerke darbieten. Wir beginnen mit einem astreinen Herzschmerz-Opus:

Viel Gewagt

Nun, ich habe schon verloren.
Was zum Meinsein auserkoren
Lief hinfort und brannte leis'.
Ich, die ich mich nach Dir sehne
Weine keine Silberträne
Die dies Leid zu löschen weiß.

Betrunk'ne Wut, die ich entfesselt
Hält mich tunlichst eingekesselt.
Glüh Du, Flamme! Friss den Plan!
Kein glitzernd' Blatt im Morgentau
Verkohltes Fleisch, es glimmt noch lau -
Kein Weg, den ich mehr gehen kann.

Verhalt'nes Fragen - Tränenantwort.
Lächelnd treibt das Morgen hinfort
Nicht gewillt, mich mitzunehmen.
Nah dem kalten Grabe stehend
Kaltes Herz um Wort anflehend
Wag ich's, mich ans Nichts zu lehnen.

Alsbald verworren, Schein gesucht
Von sanfter Schwärze süß verflucht
Beug ich mich dumpf und stumpf dem Träumen.
Vom Feuer blieb ein Funke fahl
Nun treibt mich diese sterbend' Qual
Ein letztes Mal mich aufzubäumen.

(c) Claudia / 2006


Und nun noch eines aus der Rubrik "Oh, mir geht es offenbar nicht ganz so toll, heute". 

Schwarze Schlacht

Die Rauchsäulen der schwarzen Schlacht
Schweben drohend, rußig kalt
Ein einz'ges Wort hat sie entfacht -
Das Leid glüht leis, die Schmach ist alt.

Ein Tränenmeer, vom Sturm getragen
Im lauen Grau der Winternacht
Dort, wo die Schneeschatten einst lagen
Hat Schuld das alte Lied gebracht.

Wusch sie die Farbe von Gesichtern
Fütterte sie Tod um Tod.
Und es begannen Schicksals Richter
Zu säh'n der Hoffnungslosen Not.

Deren erbarmungslose Leere
Tobte wütend, brüllte wild
Während die Welt sie rasch in schweres
Zeitenloses Nichts mir hüllt.

Gefallene der schwarzen Schlacht -
Wir betten uns zur Nacht in Scham.
Dies Feuer hat ein Wort entfacht:
Vom Morgen, der nie wiederkam.

(c) Claudia / 2009

Und nun zum luuuustigen Teil unserer Nachrichten.

Sonett über Bingen

Im Zug, da streifte mein Blick Bingen
Und nie erholt hat sich mein Herz.
Mitnichten sei das nur ein Scherz -
Mein Seelchen hob just an zu singen!

In Bingen hausten sicher Kaiser.
Ein Weihrauchnebel säumt die Stadt
In der es viele... Häuser hat* -
Ach Bingen, wie bin ich nun weiser!

Beim Blick auf Deine Goldfassaden
Verflog die Frag', die ich gestellt.
Davor mußt ich mich nämlich fragen

Wieso um alles in der Welt
('s war töricht, singen die Arkaden)
Mein Zug in diesem Scheißkaff hält.

(c) Claudia / 2008


*) in süddeutschen Gefilden ist es mitunter üblich, statt "es gibt" den Terminus "es hat" zu verwenden.


So, das war's für heute! Töss!

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