Montag, 10. Januar 2011

Bahnhofsgedanken

Als ich gestern am Ende der Welt bzw. dessen Bahnhof auf meinen Anschlußzug wartete, fiel mir das ein, was in diesem Blogpost lesbar ist. Viel Vergnügen dabei...:

Greise

Steinschwer die Tasche in der Hand
Windkalt wehen Schal und Haar.
Zwei Schritte bis zum Bahnsteigrand:
Will hin, wo ich noch eben war.

Und unter den lüsternen Blicken der Greise
Steh ich am Gleise,
Steh ich am Gleise.

Steinern schweigt die große Halle;
Einzig Kälte hütet sie.
Ein weit'rer Schritt nur bis ich falle:
Durch Tosen, Stürme, Melodie.

Und unter dem Argwohn im Blicke der Greise
Geh ich auf Reise,
Geh ich auf Reise.

Die Andacht und Stille hier möchten mich rühren
Und mahnen, schützen vor Leere und Pein.
Ich müße doch wissen: beim Öffnen der Türen
Kehren stets Gutes und Böses mit ein.

Und unter den zweifelnden Blicken der Greise
Scheint mir das weise,
Scheint mir das weise.

Ich habe längst die Wahl getroffen
Und hör des Zuges Rauschen nun.
Wo Augen, Herzen, Arme offen -
Dort will ich hin. Da mag ich ruh'n.

Und unter den traurigen Blicken der Greise
Sehne ich leise,
Sehne ich leise.


(c) Claudia, 2011

1 Kommentar:

  1. Wieder in den Bahnhofshallen
    Spüre ich
    Ich _bin_ gefallen...

    (14. Februar 2011; Nachtrag)

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