Montag, 31. Januar 2011

Mal über was anderes dichten


… als über dieses Emotionszeug und so. Diesen Anspruch habe ich heute an mich selbst. Soll ja immerhin Kunst sein, und wir leben in der Moderne. Seit wann braucht moderne Kunst denn bitte Gefühl? Na also.

Litfaßsäule – eine Danksagung

Du sprießt kündend aus dem „eben“:
Strahlend. Und des Volkes Aug’
Zieht aus Dir das Licht und Leben
Und Reklame, die was taugt.

Karierte Reisetaschen – Hymne an die Dekadenz

Reicht nicht Stauraum, müder Wand’rer?
Gut ausseh’n kann auch ein and’rer.
Muß kariert er sein und bunt?
So keift der Welten Niedergang
Wo simples Kofferwerk nicht langt:
Die marmorierte letzte Stund.

Bäckertüten - eine Anklage

Verstohl’nes Rascheln, rote Wangen.
Dezentes Naschen? Nein, Du Tor!
Wie die Vöglein einst den bangen
Dieben laut entgegensangen
Führt raschelnd Dich das Tütchen vor!

Und zum Schluß etwas über  dicke alte Frauen mit zu viel Make-Up in den Falten und Nuttendiesel mit Kilometerreichweite.

Klopf, klopf! Verzeiehen Sie, Madame,
Ich muß was auf die Nase binden.
Mit der Visage stören Sie
Charmant und penetrant wie nie
Sehr mein ästhetisches Empfinden.

Klopf, Klopf! Entschuld’gen Sie, Madame,
Auch olfaktorisch ist das schwer.
Ihr sicher teurer Iltisduft
Liegt nicht grad leise in der Luft
Und macht so ziemlich garnichts her.

Fertisch!

1 Kommentar:

  1. Zauberhaft...
    ich darf auch mal?

    Der Auswurf

    Durch des Hustens Peitschenhiebe
    steigt er gelbgrün aus den Tiefen.
    Man wünscht sich, daß er unten bliebe
    und die Erreger, die ihn riefen,

    schätzt man auch recht selten nur.
    Nun ist sie da: die Lungenschlacke
    (man röchelt und braucht eine Kur)
    Ach! Das ist doch alles Kacke!

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