Montag, 7. Februar 2011

Es wird Frühling

Die Sonne strahlt auf zerstörte Gesichter.
Nur langsam wagt sich das kalte Blut
Zurück in die Lebensadern. Und dichter
Werden die Blicke, und wärmer die Glut.

Der Sonnenwagen im Weitergehen
Schält wieder aus müden Augen den Glanz.
Der Wind singt ein wenig; läßt Rockzipfel wehen
Um kranke Beine, die zu schwer zum Tanz

Doch zum Sterben zu leicht sind. Lenzens Glück:
Zerfurchte Hände ergreifen einander
Und finden bald in ihre Kerben zurück
Und blühen in giftigstem Oleander.

Ach! Wie war ich dem Abgrund doch nah!
Wie haben die Winter an mir gezehrt.
Doch mahnende Narben und Licht, das geschah,
Haben so liebend mir aufbegehrt.

Nun wird es Frühling, und Sonnenlicht
Flackert mild in tausend Kerzen.
Doch heuer brauch’ ich den Frühling nicht:
Ich trag' ihn längst in meinem Herzen.

(c) Claudia, 2011

Kommentare:

  1. Zurück auf die Speicher, ihr schneefeuchten Schlitten!
    Die kalkigen Leiber zur Sonne!
    Bald gibt's im Freibad wieder leckere Fritten
    mit Mayo und Wurst! Wat ne Wonne!

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  2. Spielen wir wieder das Antiklimax-Spiel? :D Das Ende ist doch fröhlich, hömma! Das ist das gute alte "Kein Genießen von Licht ohne ombre, hombre!"-Spiel :D

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