Mittwoch, 9. Februar 2011

Fernbeichte - oder: Das MUSS doch weh tun!

Für diejenigen Leser, denen der Begriff "Facepalm" nicht geläufig ist: bitte einmal hier klicken und sich dann folgenden Eintrag durchlesen, um zu verstehen, welche Aktionen und Umstände eine solche Geste zwingend einfordern. Selbstverständlich kann es nur einen wahren Facepalm-Initiator geben, und das ist der Vatikan.

Natürlich war ich schon vollkommen von den Socken, als der Software-Produzent 'Little iApps' eine großartige Beicht-App lancierte, die den schönen Namen "Confession: A Roman Catholic App" trägt. Netter Scherz, dachte ich, und vermutlich ähnlich sinnbefreit wie die Domain beichthaus.com, auf der man hauptsächlich lustige Sex-Geschichten findet. Weit gefehlt! Die Intention dahinter war eine vollkommen ernsthafte: Inspiriert vom Papstaufrauf, Social Networks und Co. im Dienste der Religiosität zu nutzen, wurde die App als "Gewissenserleichterung to go" entwickelt. Schwachsinn, Stufe I.

Schwachsinn, Stufe II: Der Vatikan findet das doof! Nachdem die amerikanischen Oberhäupter der katholischen Kirche die Idee eigentlich ganz knorke fanden, schaltete sich der Kirchenstaat ein und widersprach. Die Technik ersetze nicht die Anwesenheit von Priester und Büßer! Na, sowas! Die meinen, wenn ich das, was ein imaginärer Rauschebartmann nicht cool findet, während er auf den Wolken rumhockt und sich das Erdengewusel anschaut, zu tun wage und dann meinem Telefon erzähle, bringt das nichts? Zum Glück gibt es ja meine Helden von der katholischen Kirche, die wissen, daß es hingegen sehr wohl was bringt, wenn ich es ihnen erzähle und sie ihre Direktleitung zu dem da oben aktivieren. Und zum Glück kann ich mich dann mit 3 Ave Maria, 4 Vater Unser und 2 Bigmac wieder freikaufen. Danke.
"Es ist unter keinen Umständen möglich, am iPhone zu beichten." - Also; es ist Schwachsinn, einer Fee einen Witz über einen unsichtbaren Teleporter zu erzählen, der in meiner Westentasche haust. Soweit klar. Aber wenn ich einem Feenmedium den Witz erzähle, kann ich die Fee dafür leise lachen hören, denn das ist natürlich was vollkommen anderes!
DAS muß einem doch im Kopf weh tun und dröhnen, bis es aus den Ohren qualmt?!

Aber es kommt noch besser! Natürlich ist die Kirche nicht ganz auf dem neuesten technischen Stand; ist ja schließlich auch alles Teufelszeug. Schonmal was vom apostolischen Segen gehört? Das ist derjenige, der vom Papst oder einem Bischof erteilt werden kann (streng begrenzt natürlich, öfter als drei mal pro Jahr ist nicht drin) und alle Zuhörer... nun ja, segnet. Nun wird es lustig, denn die Kirche muß ja auch hier up to date bleiben. Wikipedia hält dazu folgenden, unglaublich lustigen Satz bereit, der unkommentiert bleibt und einfach mal die unfaßbare, psychotisch anmutende Weltfremdheit dieser Kerle anzeigt:
Seit 1967 ist auch der Radioempfang des vom Papst „urbi et orbi“ erteilten Segens wirksam, seit 1985 wird der Empfang über das Fernsehen ermöglicht.
Und nun der krönende Abschluß: den apostolischen Segen kann man jetzt auch per Fax bestellen! Bitte einmal hier klicken und sich gesegnet fühlen. Oder den Kopf hochfrequent gegen die Wand schlagen. Soll dieselbe Wirkung haben. Was soll ich da noch zu sagen, außer:


1 Kommentar:

  1. voll gut! Erinnert mich in seiner Schwachmatomatesse daran, daß ich endlich mal Gott für diese ganze Kacke verklagen sollte.
    http://www.focus.de/panorama/welt/usa_aid_133198.html

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