Montag, 14. Februar 2011

Wann hat sich eigentlich die Unsitte etabliert...

        -         „nich wiaklich“ zu sagen
-         jeden zweiten Satz mit „Mein Therapeut sagt auch“ zu beginnen
-         diese schäbigen Häkel-Zipfelmützen aus dem Reich der sieben Zwerge zur Mode zu erheben
-         Eskimo-Stiefel und -Jacken zu tragen, und das in Gefilden, die nicht unbedingt ‚Tundra’ oder ‚Taiga’ schreien und auch nicht mit allzu viel Walrepertoire aufwarten können
-         Hinter einen Satz ein  „Sach ich jetz ma so“ oder „Weißwas’schmein“ zu schieben
-         seine Voodoo-Akupunktur-Alternativheilkünste von der Krankenkasse bezahlen zu lassen (Rraaaaah! „Forschungs“gruppe?!?)
-         Tomaten nur noch im Bioladen zu kaufen, dafür dann aber total überteuert, denn „das mit den Genen“ sieht man „ja schon auch kritisch und so“
-         nur noch mit Apple-Produkten rumzulaufen und selbst für den Gang zum Klo oder zur Beichte eine App zu brauchen
-         diese LSD-getriggerte, außerordentlich schlecht und lahm geschriebene - aber immerhin alte - Hirtenmythen-Fibel und deren Pendants mit „scientific facts“ belegen zu wollen und sich dabei vollkommen zum Affen zu machen
-         Ausdrücke wie „rumgejoked“ zu gebrauchen
-         geschmacklosen Witzen mit „Das fand ich jetz aber voll nich in Oadnung“ zu begegnen
-         Generell Dinge „voll nich in Oadnung“ zu finden (aber nichts dagegen zu tun)
-         mit spitzen, langen Fingernägeln in Bürger Burger zu greifen und dann reinzubeißen oder Mandarinen im Zug zu essen (wenn ich das sehe, muß ich leider durchdrehen)
-         mit weit geöffnetem Mund Kaugummi zu kauen und dabei möglichst grenzdebil auszusehen
-         als halbwegs erwachsener Mensch bescheuerte und von „Komponisten“ mit dem Liebesverständnis von Asperger-Patienten verfasste Kleinkinderromantik-Klingeltöne mit singenden Puschelhasen und schmalztriefenden Herzchen zu verwenden
-         seinem/r Liebsten nur an einem bestimmten Datum, das von Blumenterrorindustrie und Grußkartenmiliz festgelegt wurde, nämlich dem 14. Februar, zu sagen, wie viel er einem bedeutet (hat genauso viel Gefühl wie ein Kuß auf Kommando und nach Stoppuhr)
-         wieder Leggins zu tragen (wir waren die Seuche los, verdammt!)
-         impfen und die Pharmaindustrie allgemein voll unnötig und doof zu finden und seine Kinder auf dem Altar des Pseudo-Idealismus zu opfern (wenn ich das sehe, muß ich wirklich durchdrehen)
-         Stalking und andere Formen der mangelnden Sozialkompetenz zum Hobby zu machen
-         ein bißchen rumzuborderlinen
-         Deine Mutter jedes Mal, wenn sie gestrandet ist, wieder ins Meer zurückzuschieben; langsam sollte man auch mal erkannt haben, daß manche Dinge einfach nichts bringen...

?

(Anm.: oben finden sich Unsitten, die sich neuerdings etabliert haben und mir dabei ins Auge stachen. Über Erweiterung der Liste mit Kommentaren wäre ich vermutlich erfreut!)

Kommentare:

  1. - in jedem Satz mehrfach, VÖLLLIG überflüssiger-, unangebrachter- und hirnloserweise das unseriös und unbeholfen wirkende semiapologetische Unverbindlichkeits-Versatzstück "halt" zu verwenden (oder einen seiner schäbbigen Brüder "eben", "einfach" oder "nun mal")

    - Sätze mit dem zuverlässigen Unterschichts- und Geistespräkariatsanzeiger "im Endeffekt" anzureichern bzw. anzuarmen

    - das, was man offensichtlich zu sagen im Begriffe ist, einzuleiten mit "Ich sach mal (so)" bzw. "Schsammaso"

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    Kritische Anmerkungen:

    Die sogenannten "Eskimo-Stiefel" sind in Wirklichkeit übrigens Nachempfindungen von Steinzeitmenschenschuhwerk. Sie heißen Ugg-Boots, was in etwa den Geistesinhalt seiner (auch noch freiwilligen) Trägerinnen onomatopoetisch wiedergibt.

    Sie sagten "mit spitzen, langen Fingernägeln in Bürger zu greifen und dann reinzubeißen" : Nun, dabei handelt es sich nicht um eine Unsitte, sondern um die ganz normale Nahrungsaufnahmegewohnheit von vermindert Lebenden ("Zombie") und sonstigen Anthropophagen. Bitte etwas mehr Respekt!

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  2. und wer ist "sie"? Die Göttin?
    Oder ist "sich" gemeint?

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