Mittwoch, 13. April 2011

Fünf gute Gründe, Kinder religiös aufwachsen zu lassen

Heute möchte ich eine Art Elternratgeber verfassen und damit allen Erziehungsberechtigten erklären, wieso es eine hervorragende Idee ist, seine Kinder auch schon weit vor dem 18. Lebensjahr mit (institutionalisierter) Religion in Kontakt geraten zu lassen. Dabei ist es völlig egal, auf welche Religion wir unseren Blick richten, aber ich werde mich aus naheliegenden Gründen hauptsächlich auf das good ol' Christentum beziehen.
  1. Kinderfreundliche Texte und Geschichten
Nehmen wir uns mal ein paar nette Passagen aus der Bibel. Ich finde folgende:
„Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und zerschmettert sie an dem Stein!“ (aber hey, das kann natürlich an der Übersetzung liegen; das ist aus der Lutherbibel von 1545 bzw. 1912. Nehmen wir mal die von 1899: „Wohl dem, der deine zarten Kinder packt und schmettert an den Felsen.“ Ahh.. gleich viel besser!) [Psalm 137:9]
„Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei, so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sollt sie beide steinigen, dass sie sterben, die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war, den Mann, weil er seines Nächsten Braut geschändet hat; ...“ [5. Mose 22,23-24]

„Dazu wird der HERR, dein Gott, Angst und Schrecken unter sie senden, bis umgebracht sein wird, was übrig ist und sich verbirgt vor dir. Lass dir nicht grauen vor ihnen; denn der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, der große und schreckliche Gott.“ [5. Mose 7,20-21]
Naja, aber aus den vorangegangenen Jahrhunderten wissen wir, daß auch Angst ein hervorragendes Mittel zur Züchtigung aufmüpfiger kleiner Geister ist. Ein zu Tode geängstigtes Kind ist viel besser zu handhaben und gut in den Griff zu kriegen; da tut sich auch ein späterer Machthaber leichter. Das wissbegierige und aufgeweckte Wesen eines kleinen Dreikäsehochs muß man ja wohl irgendwie bändigen, und wie sollte das effektiver gehen als mit Angst vor ewiger Verdammnis und dem schrecklichen Gott? Das bißchen Verstörung, das zurückbleibt, kann ja noch im gesamten Rest des Lebens abgebaut werden. Zum Schluß noch der Klassiker für unfolgsame Söhne:
„Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold. So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, ...“ [5. Mose 21,18-21]
  1. Gesamtgesellschaftliche Ansichten
Durch Bibel, Gottesdienste und Co. lernt ein junger Mensch schnell, wie es tatsächlich laufen muß in der Gesellschaft. Da hätten wir zunächst mal die Stellung der Frau. Der Koran möchte gerne, daß die Frau ihren „Busen“ und ihre „Reize“ bedeckt (außer gegenüber „ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen Trieb mehr haben, den Kindern, die die Blöße der Frauen nicht beachten“) [Sure 24, Vers 31]. Das ist ja auch vollkommen normal, denn jeder weiß auch, daß die Haare einer Frau einen Mann sexuell erregen. Damit dies nicht geschieht, muß sie diese verstecken. Überdies ist das eine großartige Sache, da, wenn ein 13jähriges Mädchen, nachdem sie das erste Mal menstruiert hat, erstmalig mit einem Kopftuch in die Schule kommt, jeder sofort weiß: ah, dieses Mädchen ist jetzt wohl geschlechtsreif! Wundervoll.
Für jedes Kind ist es überdies sicher erquicklich zu hören, daß der gute Mohammed seine Lieblingsfrau Aischa mit 6 Jahren heiratete und mit neun die „Ehe an ihr vollzog“. Auch finden wir im Koran folgende Anweisung:
Und wenn ihr fürchtet, daß Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie!“ [Sure 4,34]
Erlaubt ist das aus folgenden Gründen: Beischlafverweigerung, Verlassen des Hauses ohne Erlaubnis des Mannes, Unterlassung ritueller Pflichten (z.B. Gebet), mangelnder Respekt. Doch, ich finde, sowas sollte man Kindern unbedingt beibiegen.
Auch im Christentum sowie im Buddhismus ist die Frau ordentlich niedrig positioniert, so wie sich das gehört. So wird man als Frau wiedergeboren, wenn man im Leben davor Mist gebaut hat, und ist bei den Christen lediglich das Rippenderivat Adams, das zur Strafe für den Sündenfall schmerzhaft menstruiert und gebiert. Patriarchat for the win!
Die Stellung der Homosexuellen wäre noch so ein Punkt. Dazu weiß die Bibel folgendes:
Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; ..“ [3.Mose 20,13]
Unsere vorbildlichen Freunde aus den USA sind da mit der Parole „God hates fags!“ (zu deutsch: Gott hasst Schwuchteln) schon ganz groß. Ich möchte, daß auch hierzulande viel mehr Kinder mit diesem Paradigma groß werden! Man könnte auch hier Umorientierungs-Camps einführen, in welchen die Jugendlichen nach ihrem Coming-out mit Elektroschock-Therapie wieder auf den Pfad der Gerechten geführt werden. Und ggf. daran zerbrechen, der blasphemischen Krankheit „Homosexualität“ zum Opfer gefallen zu sein.
Wir brauchen die Bibel/den Koran/die Thora, um uns solcherlei Werte zu vermitteln.
  1. Moralische Dimensionen
Jedes Kind weiß und sollte auch wissen, daß es ohne Gott keine Moral geben kann. Was Gott mir befiehlt und was er belohnt, ist gut, was er nicht will und bestraft, ist schlecht. Darum muß stets in Gottes Sinne gehandelt werden, sonst droht die ewige Verdammnis. Was könnte man einem Kind noch beibringen über Moral, wenn man nicht das jeweilige Manual hätte? Wieso sollte ein Mensch dann noch gut sein wollen, ohne Gott, der über ihn wacht (oder das Karma im Rücken)?
Dazu ein paar schöne Zitate aus einem Bibelforum:
So ca. 70 Jahre hat der Mensch hier auf der Erde. Sinn des Darseins ist die Ergreifung des ewigen Lebens, sonst nichts!“
Ich komme damit nur zurecht, wenn ich mir deutlich mache, dass ALLE MENSCHEN BEREITS GERICHTET sind!
Dass wir noch leben, ist Gnade.

In Adam haben wir alle den Tod wortwörtlich verdient.“ (zum Thema aufgeschlitzte Schwangere/tote Kinder/moralisches Handeln und Zorn Gottes)
Also – macht euch und euren Kindern klar, daß nur gottgewolltes Handeln sie ins ewige Leben katapultieren kann. Ohne Gott haben sie keine Chance zur Erlangung von Moral!
[Wie moralisch ein gottgeweihtes Leben macht, ist übrigens hervorragend am Beispiel diverser, naja, nennen wir es „kinderaffiner“ Kleriker zu sehen. Mensch, haben die die Kinder lieb! Ein Grund mehr, das Kind in die Kirche zu schicken!]
  1. Logisches Denken
Ach, verfluchte Rationalität. Wer braucht das schon? Es schult das logische Denken eines Kindes, wenn man ihm begreiflich macht, daß Gott die Welt in sechs Tagen erschaffen hat (Evolution... just a theory!), daß er Brot vom Himmel regnen ließ, daß ein einziger Hänfling das Meer teilen konnte, daß Maria von einem heiligen Geist befruchtet wurde, daß dieser retinale Dysfunktionen per Handauflegen heilte, am Kreuz starb und wieder wach wurde, daß seine Mutter körperlich in den Himmel aufgefahren ist – vor den Augen aller Beteiligten (Gravity... just a theory!), daß der Kirchenkeks aus dem fauligen Fleisch Jesu besteht und daß im Wein seine Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten herumschwimmen, daß sie zu fragen aufhören sollten und Gott als ihre Antwort annehmen müßen ...oder das hier zur Geburt Buddhas:
Eines Nachts träumte Königin Mayadevi, daß ein weißer Elefant vom Himmel herabstieg und in ihren Schoß eintrat. Der weiße Elefant, der in ihren Schoß eingetreten war, war ein Zeichen dafür, dass sie in eben dieser Nacht ein Kind empfangen hatte, das ein reines und mächtiges Wesen war. Dass der Elefant vom Himmel herabgestiegen war, bedeutete, dass das Kind vom Tushita-Himmel kam, dem Reinen Land Buddha Maitreyas.
Als die Königin das Kind später gebar, hatte sie anstelle von Schmerzen eine besondere, reine Vision, in welcher sie stehend mit der rechten Hand den Ast eines Baumes hielt, während die Götter Brahma und Indra das Kind schmerzlos aus ihrer Seite nahmen. Anschließend ehrten sie das Kind, indem sie ihm rituelle Waschungen darbrachten.“
Wenigstens wahrt sich die katholische Kirche ein bißchen Logik. Der heilige Georg ist nämlich gar kein Heiliger mehr! Wieso? Weil er der Legende nach Drachen getötet haben soll. Aber, und das weiß ja wirklich JEDES Kind – und die katholische Kirche: Drachen gibt es doch garnicht! Die sind Mythen-Quatsch und haben in Heiligengeschichten wirklich so garnichts zu suchen!
  1. Verteidigen seines Gottvaters
Besonders schön finde ich, wie man Kindern von klein auf beibringt, für das einzustehen, was ihnen wichtig ist (das hat der Glaube zu sein!). Die Bibel handhabt das so:
„Ach Gott, wolltest du doch die Gottlosen töten! ...“ [Psalm 139,19]
Der Koran möchte das so haben:
Die ungläubig sind, ihr Besitz und ihre Kinder werden ihnen nicht im geringsten nützen gegen Allah; und sie sind des Feuers Nahrung“ [Sure 3,10]
Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie von dort, von wo sie euch vertrieben; denn Verfolgung ist ärger als Totschlag. Bekämpft sie aber nicht bei der Heiligen Moschee, solange sie euch dort nicht angreifen. Doch wenn sie euch angreifen, dann kämpft wider sie; das ist die Vergeltung für die Ungläubigen.“ [Sure 2, 191]
Ich denke, derlei Formulierungen fördern die Toleranz und das friedliche Miteinander der Kinder und Jugendlichen untereinander, deswegen ist es wichtig, die Kinder dem Studium der großen Religionsbücher auszusetzen. Daß dies zu großem Erfolg führt, zeigen seit Jahrhunderten die Friedensbemühungen, die friedliche Koexistenz und das liebevolle Zusammensein überall auf der Welt – und jüngste Ereignisse geben dem Recht. Ich glaube, es ist wichtig, diesen Konstellationen weiterhin religiösen Unterbau zu liefern, denn sonst kriegen wir die Probleme auf diesem Planeten nie in den Griff.

Ich denke, das war es, was ich zu meinem kleinen Erziehungsratgeber sagen wollte. Ich hoffe, der geneigte Leser nimmt sich die genannten Punkte zu Herzen und kann damit Erfolge in der Kindererziehung verzeichnen. Besonders schön und ertragreich ist eine solche Erziehung dann, wenn es dem Kind oder Jugendlichen gelingt, ein metaphysisches Auffangnetz zu weben, das ihn vor Verlust, Ungerechtigkeit und Schmerz schützt. Noch besser ist es, wenn dieses Kind später durch Vernunft oder sonstigen Unrat selbiges Auffangnetz an ein naturalistisches Weltbild verliert und merkt, wie es sich jahrelang in die Tasche gelogen hat – ja, äußerst schmerzhaft seine Verluste, Ungerechtigkeiten und Probleme aus der Verdrängung holen muß. Das scheint mir eine hervorragende Angelegenheit zu sein.




Oder... oder etwa doch nicht..?

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Anm.: Wer hier jetzt rummeckert, daß sich die Aussagen nur auf das AT beziehen, nicht jedoch aufs NT, dem sei gesagt, daß die Bibel sich aus A UND NT zusammensetzt und daß das, was ihr betreibt, Cherry-picking ist![ Im NT finden sich ebenso Grausamkeiten, und Jesus ist auch nur die weltliche Manifestation des zornigen Typen da oben auf der Wolke (s. Dreieinigkeit)].Das findet auch der Ratzepoop nicht so gut. Ihr müßt glauben, was da steht (sagt auch Ratzi). Denn das einzige, was noch sinnloser ist, als das institutionalisierte Verehren einer metaphysischen Gestalt und ihrer Geschichte, ist das Heraussuchen einzelner Dinge/Aspekte, die logischer (oder weniger grausam, oder weniger unbequem) erscheinen als andere...


Kommentare:

  1. Ja, Religion ist schon eine feine Sache.
    Hier erstmal 10 Gründe, warum Religion wie Pornographie ist:
    10. Es gab sie während der gesamten Menschheitsgeschichte und in allen Kulturen.
    9. Sie macht sich ganz natürliche, sogar nutzbringende Impulse zunutze
    8. Ihre Tugenden sind umstritten, ihre Fürsprecher fanatisch.
    7. Die Leute lieben sie, können aber keinen rationalen Grund dafür angeben.
    6. Versachlicht und erniedrigt Frauen, obwohl sie sie anbetet.
    5. Man hat das Bedürfnis, sich zu waschen, nachdem man einem ihrer Betreiber die Hand geschüttelt hat.
    4. Die Kostüme sind skandalös, die Darbietungen albern und die Handlung unglaubwürdig
    3. Es ist nichts schlimmes dabei, Freude daran zu haben, aber auch nichts, auf das man stolz sein könnte.
    2. Sie ist keine gute Basis für Politik, Regierung oder internationale Beziehungen
    1. Ihre Hauptdarsteller sind der totale Fake!

    und dann noch neues aus Uganda: dort macht man nun Nägel mit Köpfen. Der Ugan... äh, wie sagt man? Ugandiker? Ugandist? Ugandomane? Ugande? Ugandiot? Ugandit?... wie auch immer, jedenfalls hat sich selbiger nun ausgedacht, wie man mit diesen verdammten Homosexuellen fertigwerden könnte.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,666193,00.html

    Man muß dazu sagen, der U. hat's nicht so mit Menschenrechten und so Zeug...

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  2. Hm, zunächst mal Danke an Corn für diese Ausführung. Die relipornöse Schnittstelle wurde dem hauseigenen Schwallarsenal hinzugefügt. ;P

    Ich denke Kindern moralische Konstrukte zu vermitteln ist nicht verkehrt, aber man sollte das in dem Bewusstsein tun, daß es Sollbruchstellen bedarf die sie nutzen können um die Teile wegzubrechen die Gift in ihrem Leben sein könnten ohne daß die Eltern es wollen. Zumindest wenn man geistige Gesundheit und Entfaltung erhalten und fördern will. Kindern den Umgang mit Leben und Tod OHNE eine kulturell fixierte Gestalt beizubringen finde ich wichtig. Wenn meine Kinder irgendwann den Tod eines Anverwandten eines Tages durchleben und durchtrauern sollen, will ich daß sie sich frei entscheiden können nach welcher Vorstellung sie die Trauerriten abhalten - mir ist gleich ob sie eine Kiste mit Habseligkeiten vergraben oder Münzen für den Fährmann auf die Augen legen, es soll ihnen nur bewusst sein was sie tun und sie sollen dazu einen Zugang haben der Frei von Angst ist, den Tod als Teil des Lebens. Und genau da sehe ich das problem in den handelsüblichen Religionen - sie sind Angstgeprägt und voller Restriktionen, die keiner braucht und die niemanden weiterbringen. Ich denke das Gitter was die Eltern um einen Kindesgeist legen sollten ist als minimalstnötig am besten beschrieben, alles andere macht aus ihnen das was wir heute sehen, wenn wir die junge Generation anschauen - einen haufen sozialverkrüppelte Konsumjunkies ohne Sehnsucht nach Weisheit und ohne die Fähigkeit eine gewisse Apotheose zu durchlaufen.

    Just my 0.2 ct.

    Gruß,
    Arnoc

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