Donnerstag, 13. Oktober 2011

Es wird Herbst

Meinem Herbstgesandten gewidmet...

Sieh, Jupiter und Vollmond blüh'n
Und treiben durch ihr Wolkenmeer.
Die Bäume lassen letztes Grün.
Der Wind singt sanft, der Herbst grüßt schwer.

Das Jahr, es neigt sich, nun zu sterben -
Wie oft fühlt' ich mich mit ihm gehen!
Welch Pein flammt' auf in alten Kerben!
Wohin wird mich der Herbstwind wehen?

Ach, ankerlos auf rauer See
Trieb ich, und auf Winters Gaben
Wartend. Auf den stummen Schnee
Mit dem Jahr mich zu begraben.

Doch hinterm Horizont, ein Stern!
Er kann mich wärmen, wird mich leiten
Und mich, weilt er auch noch so fern,
Im finst'ren Tale noch begleiten.

Halt mich, Heiler, Herbstgesandter!
Sei die Stille, sei mein Licht.
Dann mag er tosen, altbekannter
Herbststurm. Fortwehen kann er mich nicht.

(c) Claudia, 2011



Kommentare:

  1. Liebe Claudia,

    das ist ein wunderbar feines Gedicht. Sehr sehr schön...

    Herzlichst Hans-Peter

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  2. Da hatter recht, der Ha-Pe!
    Sehr, sehr schön! :-*

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